Herzlich Willkommen bei Soda.s Wor(l)d! :O)

Gesundheitlich...

... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Montag, 30. September 2013

!_OS: Blutabnahme & der Riesenschock


Freitag Morgen endlich zur Blutabnahme. Die Arzthelferin - eine richtig klasse, coole Frau - sagte direkt, ich solle mich mal schön lang machen. Nach der Blutabnahme ging aufeinmal die Tür auf, der Doktor kam hereinspaziert (damit hatte ich ja so gar nicht gerechnet), und sagte:
"Ich will Sie jetzt gleich noch zum Ultraschall haben, dann schauen wir da direkt auch mal nach, ja." Und er sagte das in so einem Tonfall, so besonnen und überzeugend, das ich total baff war, das er mich - da ich ja am Vortag zum ersten Mal in der Praxis aufgeschlagen war - überhaupt erkannt hatte und Interesse an dem Fall hatte und überhaupt...
Die Dame währenddessen sagte:
"So, schön langsam die Beine jetzt über die Liege schwingen, hinsetzen - ich hole mal grade etwas Wasser, und dann trinken Sie einen schönen Schluck."
Gesagt, getan. Ich saß derweilen, und muß gestehen: es ging sogar. Mir war nicht schummrig, nix.
Die coole MTFA kam herbeigeschwebt, reichte mir einen großen Becher Wasser:
"Schön kleine Schlucke jetzt, und austrinken!" Und sie zwinkerte mir zu.
Als ich dann in den Sonoraum geführt wurde, hätte ich fast meinen Pulli auf dem Stuhl liegen lassen, und die Praxislady sagte:
"Och schade, dachte, ich könnte ja mal gucken, ob der mir paßt. Naja, war wohl nix."
Ich mußte lachen. Zum ersten Mal in diesen Tagen.

Im Sonoraum lag ich gute zwanzig Minuten auf der Liege rum. Ui, nix für meinen Rücken, aber das Liegen an sich tat gut. Der Arzt ließ sich dann viel Zeit, untersuchte den Hals genau und sagte:
"Ich sehe da keinen Rest. Das sieht so aus, als wäre Ihre Schilddrüse tatsächlich komplett entfernt worden, also mitsamt der Nebenschilddrüse."
"Und das ist schlecht?"
"Das kann man so nicht genau beantworten, das ist individuell. Wir warten das Ergebnis vom Bluttest ab, dann kann ich Ihnen Genaueres mitteilen. Ich rufe Sie auf jeden Fall heute noch an, sobald das Ergebnis vorliegt. Spätestens morgen früh wird es auf alle Fälle da sein, und dann melde ich mich bei Ihnen."
Hui, dachte ich, das ist Service. Und so sollte es sein!


Zu Hause ging es - wie auch anders? - ins Bett. Der Heimweg war angenehm, kann ich nicht anders sagen. Das Laufen tat gut, die zwar kalte, recht windige Luft war herrlich einzuatmen, auch wenn mir das ein wenig schwer fiel aufgrund der Enge im Hals, die ich verspürte.
Wann immer ich mal kurz aufstehen mußte, meine Beine fühlten sich an, als sacken sie jeden Moment unter mir weg. Der Kopf war schwer und irgendwie - ja, eng. Da war wieder dieser Metallhelm, der sich stetig um den Kopf zog und immer fester zu werden schien. So hibbelte ich - schlaflos liegend - dem Anruf des Arztes entgegen. Ich konnte keine Ruhe finden, auch wenn mein Körper meinte, er wolle selbst im Liegen umfallen.

17:00 Uhr, Telefongebimmel. Und das teilte der Doc mir dann mit:
"Aufgrund dessen, das die komplette Schilddrüse entfernt wurde (mitsamt der Nebenschilddrüse), hat sich eine starke Unterfunktion entwickelt. Ihr TSH*-Wert (*Schilddrüsenhormon) liegt bei 34, und der sollte an sich bei 1-2 liegen. Das erklärt, warum Sie es immerzu mit dem Kreislauf haben, auch wenn Sie essen, weil der ganze Körper einen richtigen Kraftaufwand betreiben muß, um die Nahrung aufzunehmen und zu zerkleinern. Generell spielen jetzt Ihre Hormone total verrückt, in Ihrem Körper geht alles drunter und drüber. Alles, was sonst für Sie normal war, stuft der Körper jetzt erstmal als Gefahr ein, und dann sacken Sie weg. Nehmen Sie von den SD-Tabletten 150 µg, also eineinhalb Tabletten, wie gewohnt morgens. Trinken Sie viel, net das Sie verdorschten. Wir bleiben in Kontakt - bitte!"
Klaro, ich stellte ihm noch diese und jene Frage, aber das war im Großen und Ganzen der Kasus knaxus.
Bumm, da war es raus! Das war ein Riesenschock für mich. Allein, das der Doktor in seiner gewohnt ruhigen und freundlichen Art mit mir sprach, bei einem Satz (als er ein klitzeklein wenig Dialekt einfließen ließ) sogar ein wenig lächelte (japp, das kann man hören), ließ mich nicht komplett den Kopf verlieren. Angsthase. Ja, und zu Recht.

Bis dahin dann, liebe Leut, und versucht ebenfalls den Kopp net zu verlieren! :O)

Sonntag, 29. September 2013

!_OS: in der Hölle


Donnerstag, und da muß ich durchschnaufen. Das war dann die Hölle! Nachdem es ja den Tag zuvor einigermaßen ging, klappte ich schon wieder gegen mittag zusammen. Bett, die einzige Lösung. Diese Enge im Hals... ich hatte das Gefühl, mir wird die Kehle zugeschnürt. Mein Herz pochte zum Zerspringen, obwohl der Puls angeblich normal war. Der Kopf... ein Gefühl, als stecke er in einem zu engen Metallhelm, der stetig enger gepreßt wird.

Auch ein Anruf beim Hausarzt brachte nix, er hatte keine Erklärung dafür, und er schien mir auch nicht besonders motiviert. Das fand ich zum kotzen! Mann, ich gehe da jetzt seit 15 Jahren in die Praxis, und immer zum selben Arzt (sind insgesamt 4 Ärzte). Da sollte man doch meinen, er wollte die Lösung finden. Nüscht, keine Anregung, keine Beruhigung, keine Tipps. Gut.
Ralfi also das Internet durchforstet. Es war eine denkbar schlechte Uhrzeit, Internister anzurufen und um einen Notfall-Termin zu bitten: 13 Uhr. Die haben echt alle zu! Das nervte mich, denn das kannte ich ja von meinem Hausarzt net. Die haben von 8-20 Uhr durchgehend geöffnet, auch am Wochenende (Samstag & Sonntag) einige Stunden. Ich flatterte und zitterte mich durch den Mittag.
Endlich ging es auf die 15 Uhr zu, Praxen wieder geöffnet. Scheißdreck, dachte ich nur, als um Punkt 15 Uhr in dem einen Laden (und wir wollten ja aufgrund der Problematik extra einen Arzt haben, der hier ganz in der Nähe ist, damit ich unterwegs net noch zusammenbrech!) immer noch keiner dran ging. Aber die Webseite war sehr vielversprechend, und ich beharrte darauf, es noch weiter zu versuchen.
Endlich ging jemand ran.
"Aufnahmestopp!" sagte eine resolute Frauenstimme.
"Gut," sagte Ralfi, "dann können wir ja bei einem anderen Arzt wegen dem Notfall anrufen."
Die Dame ließ sich dann doch in Ruhe erläutern, um was es ging, und sagte:
"Sofort, wenn möglich, vorbei kommen! Sie müssen Wartezeit einkalkulieren, aber ich trag Sie schon ein."
Aha, ging doch!

Um's kurz zu machen:
Ich wurde direkt zum EKG und zum Blutdruckmessen geschickt, schön ruhig hinlegen, ganz gemütlich, und mir viel Zeit lassen. Dann ging's rein zum Doktor.
Der Arzt ist noch recht jung, grade zwo Jahre älter als ich, sehr sympathisch, groß, unheimlich ruhig, kompetent, beflissen und gewissenhaft, sehr freundlich und aufgeschlossen, hört in aller Ruhe zu und hat eine wahnsinnig beruhigende Art an sich. Mir war klar: der wird mein neuer Hausarzt, denn ihm habe ich sofort vertraut!
Er sagte, ich solle anderntags direkt morgens zur Blutabnahme kommen, und erklärte mir, das er sich erst selber ein Bild von den Blutwerten machen wolle, ehe er mir irgendwelche Ratschläge gebe, die dann nicht zuträfen, und ich ruhig bleiben solle, wenn ein Zusammenbruch droht. Ich war kaum in der Lage, großartig Fragen zu stellen.

Der Tag (Abend) zog sich tierisch in die Länge, ich konnte es kaum bis zum anderen Morgen abwarten. Gut. Das ich dann nur noch im Bett lag, brauche ich kaum erwähnen?!

Bis zur Blutabnahme dann! ;)

Samstag, 28. September 2013

!_OS: 15 Tage nach der OP



Mittwoch, der 15. Tag nach der Operation, nach dem Aufstehen - um 10 Uhr erhob ich mich aus den Federn, gerädert, um die 2-3 Stunden nur gepennt (klaro, auch wieder nur scheibchenweise) - nahm ich direkt die mir verordnete Tablette. Das wäre dann, zählte ich mit, ja schon die 2. Bestimmt geht es mir dann (viiiel) besser.
Der Tag schleppte sich so dahin, ich aß zwar mal ein Häppchen, aber der Kreislauf verabschiedete sich nach jedem Bissen. Es war eine Qual. Die Panik nistete sich in meinem Kopf ein und ich dachte noch, das kann alles einfach net wahr sein! Was hat dieser doofe Chirurg mir da nur für einen Müll verklickert, von wegen "alles wunderbar, superduper, easy peasy". Pfft!

Gegen Nachmittag rief ich meine Mutter an. Teils, weil wir uns lange nicht gesprochen hatten, teils weil auch sie vor 15 Jahren die SD entfernt bekommen hat. Und sie ist Kreislauf-Patient, wenn man's so nennen will. Ich wollte mal fragen, was sie so macht.
Naja, hinsichtlich Info hat's net so viel gebracht, aber ich gestehe, das in der Stunde, die wir gebabbelt haben, der Kopf sich ein wenig beruhigt hat.

Heißt doch: Ablenkung ist alles!

Spaßeshalber meinte Muddi: "Bis Weihnachten hast du das alles überstanden!"
Mir stockte der Atem, und ich in meinem Kopf schrie es nach Homer Simpson-Manier "neeeeiiiiiin"!
"Nein," sagte sie dann und lachte ebenso trocken, wie ihr Humor ist, "das hast du in ein paar Wochen überstanden, bis dahin pendelt sich die Dosis ein, die muß nur dann nochmal angeglichen werden."
Gut, das hiflt mir weiter. Klingt net so gut, aber auch net soo schlecht.

Des Abends kam dann die super Serie (gääähn), durch die ich mich eher schlecht als recht schleppte. Immer wieder legte ich mich in den Werbepausen (die ja reichlich gesät sind) auf die Seite, Äuglein zu, und ruhig atmen. Alles palettig, Kreislauf war okay, wenn auch nicht wirklich das, was man stabil nennen kann. Wackelig, tatterig, flatterig alles.
Nach der Serie riss es mich dann förmlich um und ich ging ins Bett. Der Tag war geschafft, wie auch immer, ich habe kaum Erinnerung daran. Ich weiß nur: ich hatte Hunger wie'd Sau, und konnte nix fressen! Zum Haareraufen, das!

Bis zum nächsten Abenteuer! ;)

Freitag, 27. September 2013

!_OS: Besuch beim Doktor


Dienstag morgen, ich hatte lediglich zwei Stunden, und das gehackstückelt, geschlafen, schob ich einen Bärenhunger. Ich ging meiner morgendlichen Tätigkeit nach, um wachzuwerden (daddeln), und dann wollte ich gemütlich was essen. Doch was war? Richtig! Der Kreislauf ging sofort runter, kaum das ich den ersten Bissen geschluckt hatte. Und ich schlinge nicht, ich kaue sorgfältig, das kann es nicht gewesen sein. Also wieder ab ins Bett.
Derweilen rief Ralfi beim Arzt an. Er schilderte in Kurzform, was vorgefallen war, sagte, das ich zwar Freitags einen Termin habe, aber es bressiere jetzt eben. Okay, dann also mal aufi, ab zum Doktor. Das ging alles nicht so, wie ich gern gehabt hätte, mein Kreislauf brauchte um die zwei Stunden, bis ich "gefahrlos" aufstehen konnte. Mir war schummrig, klaro, und ich fühlte mich ganz komisch. Kopf voll Watte, als hätte ich eine dicke Erkältung (habsch aber net).
Die Busfahrt - insgesamt sind es, mit Umsteigen etc. um die 40 Minuten - war eine Tortur, alles wackelte in mir drin, ich fühlte mich schon im Sitzen unsicher.

Der Arzt sagte mir, anhand des Befundes aus dem Krankenhaus, sei noch ein kleiner Rest der Schilddrüse stehengelassen worden. Die Blutwerte (die ja da nun auch bereits 2 Wochen als waren!) seien ganz gut, alles soweit in Butter. Er meßte Blutdruck - auch okay (120/90).
"Hm, ja," sagte der Doc dann, "das kann schon mal passieren mit dem Kreislauf. Warum beim Essen? Keine Ahnung."
Ich dachte: "Spitze, du Dödel!"
Er schrieb mir L-Tyhroxin auf, die 100er Einheit.
"Eine morgens, vor dem Frühstück."
Ich dachte: "Witzbold, wenn ich essen könnte!"
Das Einzige, bei dem ich ihm heute beipflichten konnte, war die Aussage:
"Warum sind Sie nicht schon eine Woche nach der OP gekommen? Haben Sie denn Tabletten vom Krankenhaus bekommen?"
Antwort auf die erste Frage: "Weil der Chirurg meinte, das habe auch 3-4 Wochen Zeit, das ich den Hausarzt aufsuche."
Antwort auf die zweite Frage: "Nein, nur Schmerztabletten gegen die Schluckbeschwerden."
"Tja, Chirurgen, die leben in ihrer eigenen Welt," sagte der Arzt.
Gut, dann wäre das auch geklärt.
"Nehmen Sie heute direkt noch eine Tablette, wenn Sie zu Hause sind."
"Okay."
"In ungefähr 2-4 Wochen pendelt sich das ein mit den Tabletten. Wenn es nicht geht oder es Ihnen weiterhin schlecht geht, dann schauen wir mal weiter."
Aha. Gut das wir drüber gesprochen haben. :P

Es ging nicht, auch nicht als wir daheim waren. Ich warf, kaum zur Tür drinnen, eine Tablette ein. Insgeheim hoffte ich, es möge ein Wunderpillchen sein. Naiv, ich weiß. :( Ich konnte nicht richtig essen, auch nicht langsam, ohne das mein Kreislauf runter ging. Jedesmal das selbe Spielchen: schwupps, ich muß weg, sagte der Kreislauf, und ich legte mich ins Bett. Dort verbrachte ich dann ab spätem Nachmittag bis zum Morgen meine wackelige Zeit, während sich mein Kopf vor Sorge und Angst drehte.

Bis zum nächsten Mal! Arme hoch! ;)


Tipp: wackelig auf den Beinen oder schummeriges Gefühl, direkt hinlegen, mal die Ärmchen über den Kopf und durchatmen. Nichts überstürzen, liegen bleiben, auch wenn man meint, es gehe schon wieder! Langsam gehen, um den Kreislauf nicht direkt wieder hoch zu pushen. Auch beim Aufsetzen drauf achten: immer halblang machen, egal wie fit ihr euch im Liegen auch fühlen mögt!

Mittwoch, 25. September 2013

!_OS: Kreislaufzusammenbruch während des Essens



Montag vor einer Woche, exakt 13 Tage nach der Schilddrüsen-OP, habe ich mich des Mittags abgelegt, da ich hundemüde war. Als ich gegen 16 Uhr wieder aufgestanden bin, hatte ich richtig großen Hunger. Das kommt schon mal vor, ich bin ein sehr spärlicher Esser und schiebe die Mahlzeiten auch immer mal vor mir her. Und auch an diesem Tag gab es erst noch allerlei andere Dinge, die ich zu erledigen hatte. Als ich mich gegen 17:30 Uhr dann endlich über mein Essen hermachte, wurde mir nach fünf kleinen Bissen so schummrig, so seltsam, das ich mich zurücklehnte und Pizza Pizza sein ließ. Doch nach kurzer Zeit - möglicherweise ein, zwei Minuten - klappte mein Kreislauf komplett zusammen. Mir wurde weiß vor Augen, das Piepsen in meinen Ohren wurde furchtbar laut, ich begann zu zittern, kalter Schweiß, kalte Hände... Ralfi brachte mich ins Schlafzimmer, alleine konnte ich nicht gehen. Herzklopfen. Atemnot. Panik. Ich dachte, jetzt sterbe ich. Ich sterbe.
Ralfi legte ein Kissen unter meine Beine, sagte, ich sollte die Arme über den Kopf nehmen. Ruhig atmen ist wichtig in diesem Moment, hörte ich irgendwie, wie durch Watte. Er fühlte meinen Puls - normal. Herzschlag - normal. Kann nicht sein! Alles in mir flatterte und zitterte, bebte.

Der Zustand hielt knapp fünf Minuten an, dann ging es mir wieder besser. Ich blieb um die halbe Stunde liegen. Der Hunger trieb mich aus dem Bett. Doch kaum - nachdem ich ca. 10 Minuten still gesessen hatte - biss ich zum ersten Mal wieder ab, geschah erneut das selbe: Kreislauf brach zusammen, beim Essen! Das war gegen 19:20 Uhr (ich weiß es so genau, weil es um halb acht abends einen eineinhalbstündigen Stromausfall in der Innenstadt gab).
Ralfi brachte mich wieder ins Bett, und dort blieb ich. Ich lag ca. 30 Minuten still auf dem Rücken, während mir eiskalt wurde, immer kälter, das ich dachte, ich bekäme Schüttelfrost. Ich versuchte, mich auf die Atmung zu konzentrieren, aber die Panik hatte mich fest im Griff. Der Umstand, das jetzt, während des Stromausfalls, kein Telefon ging, wir also keinen Notarzt bzw. meinen bis 20 Uhr erreichbaren Hausarzt anrufen konnten, verschlimmerte die Situation. Heißt: die Angst sitzt im Kopf! Nix Neues, weiß ich. Und ehrlich gesagt hilft das in diesem Moment so gar nicht.
Nach besagter halber Stunde drehte ich mich langsam und vorsichtig auf die rechte Seite. Ralfi - seinerzeit Oberbrandmeister bei der Feuerwehr und ausgebildet in 1. Hilfe - sagte mir, das sei die stabile Seitenlage: Das obere Bein (liegt man auf der rechten Seite, das linke Bein) etwas erhöht legen, leicht abwinkeln. Das rechte, untere Bein, gerade ausstrecken, aber nicht zu sehr durchstrecken, sonst können Krämpfe entstehen. Den linken Arm auf den Rücken abwinkeln, den rechten Arm unter den Kopf abwinkeln. Kopf leicht erhöht legen, nicht zu hoch.

Erst gegen halb zehn abends stand ich wieder auf, fühlte mich an sich normal, nur eben wackelig auf den Beinen, irgendwie... anders. Ich dachte, das ich mich einfach überanstrengt habe, kann ja alles mal passieren, und das Ganze würde sich spätestens am nächsten Tag wieder legen. Pustekuchen! Doch das im nächsten Beitrag.

Bis dahin alles Gute!

P.S.: bei der stabilen Seitenlage muß der Kopf unbedingt leicht (!) erhöht liegen! Liegt er zu flach oder zu weit nach hinten gestreckt, besteht die Gefahr des Verschluckens. Ebenso ist bei zu hohem Liegen des Kopfes eine ruhige Atmung nicht unbedingt gewährleistet. Achtet darauf, wenn ihr euch hinlegt, um den Kreislauf zu stabilisieren, das der Kopf die richtige Position hat.

Tipp: beim Gefühl, das der Hals "eng" wird: Arme über den Kopf, durch den Mund ruhig ein- und ausatmen. Hilft auch, wenn man zwischendurch ein kurzes Gefühl der Beklemmung hat.

!_OS: was ist !_OS überhaupt und wieso, weshalb, warum...

!_OS? Hä? Was das denn? Zur Erklärung bzw. Einführung in den neuen Menüpunkt meines Blogs, möchte ich euch erläutern, was es damit auf sich hat.
!_OS ist keine geheime Parole, sondern bedeutet "Leben ohne Schilddrüse". Knapp zehn Tage nach meiner Operation ist eine Problematik aufgetreten, wie sie kein Einzelfall sein wird, doch auf meiner verzweifelten Suche durch's Internet bin ich auf zwar auf eine ähnliche, aber nicht exakte Problematik gestoßen, die mir somit nicht weiterhelfen konnte. Mit meiner Selbsbeobachtung und dem, was ich unternehme, auch was ich durch Ärzte erfahren habe (und durch andere Betroffene), möchte ich denen unter euch helfen, die sich dieser oder einer sehr ähnlichen Situation ausgesetzt sehen! Ich habe in der vergangenen Woche das Gefühl sehr gut kennengelernt, alleine zu sein, auch wenn man es gar nicht ist, doch in Momenten, in denen der Körper versagt, in denen man meint, das letzte Stündlein habe einem geschlagen, ist man panisch und verzweifelt und fühlt sich von allen verlassen. Mit meinen kleinen Tipps und Ratschlägen, Vorschlägen oder Präventivmaßnahmen, mit meinen Beobachtungen an mir selber (jepp, mein eigenes Versuchsmeerschweinchen^^) und all dem, was mir im Kopf dabei so rum geht, möchte ich euch ein wenig Mut geben, euch aufmuntern, beruhigen und vor allem euch vermitteln, das ihr nicht alleine seid, auch wenn wir uns ja jetzt net wirklich persönlich kennen. ;)

Ich möchte natürlich von vorne beginnen, wie es zu all dem kam, doch da ich weiß, wenn einen die Angst packt und man nach schnellen Antworten sucht, hat man weder Zeit noch Muße, sich durch seitenlange Erklärungen zu lesen. Deshalb werde ich diese Einleitung hier in meinem neuen Logo verlinken, für all diejenigen, die wissen wollen, um was es eigentlich geht. Meine künftigen Artikel - diejenigen mit Tipps, Beobachtungen etc. - werden lediglich mit der neuen Abkürzung      !_OS übertitelt sein, und ich werde sie so kurz und prägnant halten als möglich, um Betroffenen (und Angehörigen von Betroffenen, denn auch das halte ich für sehr wichtig) einen guten Überblick zu verschaffen.

Dann mal auf gutes Gelingen! :O)

Eure Soda.


Mittwoch, 11. September 2013

ab ins Krankenhaus - Teil VI: ab nach Hause?

Gegen sechs Uhr - boah, voll meine Uhrzeit! - wurde ich wach. Es war nicht so, das ich komplett von zwölf nachts bis jetzt durchgepennt hätte, nein. Ich war zwei Mal nachts aufgewacht, hatte mich unter einigem Kraftaufwand (wegen steifem Nacken-/Schulterbereich) auf die andere Seite gehievt, und dann doch recht ruhig, fest und tief geschlafen. Wen wundert's? Um besagte Uhrzeit fühlte ich die Lebensgeister in mir erwachen. Ich ging duschen. Das Duschgel, wenn auch ein wenig penetrant zwar, roch herrlich nach den chemischen Ingredenzien von Honig und Milch. Wohltuender Duft, angesichts des sonst eher sterilen Aromas, das in der Luft hing. Nun wollte ich nur noch eines: lesen! Während ich vertieft und völlig verzückt weiter der Geschichte um den

Dienstag, 10. September 2013

ab ins Krankenhaus - Teil V: der Tag danach

Ich war morgens nicht wirklich fit, klaro, wenn man jede Stunde wach wird. Oft wurde ich wach, weil ich meine Hand, die selbstverfreilich aus dem Bett hinaushing - und das ist eine unangenehme Sache, denn von so einem abgeknickten Handgelenk ist es meistens am anderen Tag immer steif (Athrose läßt grüßen) - und sobald ich die Hand ins Bett ziehen und unter das Kissen stecken wollte, blieb ich an der Kanüle hängen, die mein linkes Handgelenk schmückte. Aber auch das Umdrehen im Bett bereitete mir große Probleme, ich stöhnte jedesmal vor Schmerz. Der Nacken-/Schulterbereich war steif und starr, und schmerzte mit einer kaum gekannten Intensität. Zu gerne hätte ich mit dem Nacken geknackt, ihn gerollt - wie ich es gewohnterweise immer mache -, aber die Narbe unterhalb des Halses war mir nicht geheuer. Noch befand sich ein Verband darüber. Dieser sollte weichen, kaum das mir gegen kurz nach acht der Chirurg persönlich auf meinem Zimmer Besuch abstattete.
"Na, wie geht es Ihnen? Der Verband kommt jetzt ab -"

Montag, 9. September 2013

ab ins Krankenhaus - Teil IV: nach der OP/die Nacht

Es muß gegen halb eins/eins rum gewesen sein, als mir die Lichter ausgegangen sind. Als sich das nächste Mal eine Uhr in mein Blickfeld schob, war es bereits 17 Uhr. Und das einzige, an das ich beim Aufwachen denken konnte, war: ich muß auf's Klo! Ich sah mich ein wenig verwirrt um, lag ich doch auf dem Rücken in meinem Bett, hatte schreckliche Schmerzen im Nacken-/Schulterbereich (viel schlimmer natürlich noch, als sonst die Schmerzen, die ich in diesem Bereich leidlicher Weise zu haben pflege) und fragte mich, wieso ich, wenn ich tatsächlich seit sechs Uhr in der Früh nichts mehr zu trinken bekommen hatte, so dringend pieseln mußte. Ich versuchte matt und schwach ein Zeichen von mir zu geben. Die Schwester, die links zu meiner Seite am Schreibtisch saß, bemerkte das krächzende Geräusch meiner Kehle augenblicklich und trat an mein Bett heran, sanft lächelnd, als sehe sie auf ihr in der Wiege liegendes Kindlein hinab.
"Kann ich etwas für Sie tun?" fragte sie behutsam und leise.

Sonntag, 8. September 2013

ab ins Krankhaus - Teil lll: der Tag der OP

Wir kamen gegen zwanzig nach acht im Krankenhaus an. Die Station, auf die ich mich umgehend begeben sollte, konnte selbst ich mir in dem katakombischen Wirrwarr der Gänge dieses Hospitals merken: ab in den Aufzug im Hauptgebäude (wie sie hier zu sagen pflegten), hoch in den 6. Stock, zur Anmeldung, da. Die schwäbische Stationsmutter erwartete mich bereits, schon wieder mit diesem warmen Lächeln auf den Lippen, der strahlenden Freundlichkeit in den Augen und einem rundum entspannten Gesichtsausdruck. Sie sagte einem von den beiden am Tresen lehnenden Pflegern, wer ich bin, wies mir ein Zimmer zu, und der Pfleger begleitete uns. Wortkarg war er, und sah gar nicht so freundlich aus, wie ich es gerne gehabt hätte. Er überreichte mir mit einer eher zackigen, militärischen Geste die Thrombose-Strümpfe, einen schicken Kittel, den man hinten zubinden kann, und ein Netz-Dingens, das er als Unterhose bezeichnete:

Samstag, 7. September 2013

ab ins Krankenhaus - Teil ll: seelische und moralische Vorbereitungen

Ab 0:00 Uhr am Tag der OP, so hatte man mir bei der "Voruntersuchung" im Krankenhaus mitgeteilt, dürfte ich nicht mehr essen, nix mehr trinken und auch gar net mehr rauchen. Bis 6:00 Uhr an besagtem Tag dürfe ich allerdings stilles Mineralwasser trinken, danach wirklich gar nix mehr zu mir nehmen. "Auch kei' Kaugummi!" hatte die Stationsglucke mit dem schwäbischen Akzent und der liebevollen, mütterlichen Art lächelnd gesagt, als sie mich meinen Kaugummi nervös hatte malträtieren sehen.
Und was hab ich geraucht!

Freitag, 6. September 2013

ab ins Krankenhaus - Teil I: die "Voruntersuchung"

Wenn man's an der Schilddrüse hat, dann muß man sich ja zwangsläufig an den Gedanken gewöhnen, das das Teil irgendwann mal über den Jordan gegangen wird. Meine letzte Untersuchung, die bereits weit über ein Jahr her ist, sah net so prickelnd aus, aber kontraproduktiv, wie der Kopf eben manchmal arbeitet, wollte ich mich vor dem letztendlichen Ergebnis drücken, und habe die Besprechung des Untersuchungsergebnisses bei meinem Hausarzt schööön in die Länge gezogen. Doch dann wurde ich hibbelig und bin schweren Herzens doch zum Onkel Doc, der mir dann sagte: